Krav Maga – Alle Informationen zur israelischen Selbstverteidigung

Was ist Krav Maga und woher kommt diese Art der israelischen Selbstverteidigung!?

„Don´t get hurt“ – lass dich nicht verletzen!

Dieses Zitat von Imrich „Imi“ Lichtenfeld fasst all das zusammen, was Krav Maga als Selbstverteidigungssystem weltweit so erfolgreich macht.

Entwickelt in den gewalttätigen, antisemitischen Übergriffen im Europa der 1930er-Jahre und seitdem ständig weiterentwickelt, ist Krav Maga heute eines der erfolgreichsten Selbstverteidigungssysteme weltweit und bildet die Grundlage für eine Vielzahl professioneller Systeme von militärischen und polizeilichen Einheiten.

Krav Maga ist einzigartig

Das Alleinstellungsmerkmal, das Krav Maga von Kampfsportarten und Kampfkünsten unterscheidet, liegt in der Kompromisslosigkeit, in der Effektivität um jeden Preis. Imi war für die Ausbildung der israelischen Streitkräfte zuständig. Hierbei war es wichtig, diese so schnell wie möglich auf den Ernstfall vorzubereiten und zwar unabhängig von deren Vorerfahrungen, Alter oder Geschlecht. Zudem musste er sicherstellen, dass auch im späteren Reservedienst das einmal gelernte Nahkampfsystem, auch in kurzen Ausbildungsabschnitten und ohne zu hohe Anforderungen an das vorhandene Fitnesslevel, schnell wieder abrufbar war.

 

Imi Sde-Or, der Begründer des Selbstverteidigungssystems Krav Maga

Der Begründer des Krav Maga (hebräisch für Kontakt Kampf), Imrich Lichtenfeld, kurz „Imi“ wurde 1910 in Budapest geboren und wuchs in Bratislava auf. Imi war bereits in jungen Jahren durch die Unterstützung seines Vaters ein vielseitiger Sportler, welcher aktiv an Wettkämpfen im Ringen und Boxen teilnahm. Mit 18 Jahren gewann Imi die slowakische Meisterschaft im Ringen und einige nationale Boxmeisterschaften. Imis Vater Samuel war ein Ausnahmesportler, welcher sich in jungen Jahren bereits einem Wanderzirkus angeschlossen hatte und später eine Kraftsportschule für Ringer und Gewichtheber betrieb. Zudem war Samuel bei der Stadtpolizei im Rang eines Hauptkomissars beschäftigt und unterrichtete die Polizeibeamten regelmäßig in Selbstverteidigung durch stilisierte Techniken aus dem Boxen und Jui-Jutsu. Bereits als Kind nahm Imi an diesen Trainingseinheiten teil und wurde zudem von seinem Vater in vielen Bereichen des Sports unterrichtet. Er nahm an unzähligen sportlichen Wettkämpfen teil und galt zur damaligen Zeit in seiner Gewichtsklasse als einer der besten Ringer Europas.

Der junge Lichtenfeld

Mitte der 1930er-Jahre schloss Imi sich mit Gleichgesinnten einer Schutztruppe an, mit dem Ziel, die jüdischen Wohnviertel gegen antisemitische Übergriffe zu beschützen.

Der junge Lichtenfeld wurde dabei zum Widerstandskämpfer und organisierte aufgrund seiner Erfahrungen im Ringen und Boxen die Selbstverteidigung der jüdischen Gemeinschaft. Dabei war er an zahllosen Straßenkämpfen zur Verteidigung der jüdischen Viertel gegen den faschistischen Mob beteiligt und musste hierbei oft um sein Leben und das seiner Kameraden kämpfen. Als Leitfigur des Widerstandes wurde er zum erklärten Feind der Antisemiten und musste 1940 an Bord eines alten Schaufelraddampfers aus Bratislava fliehen. Danach diente er zwei Jahre in der tschechischen Legion unter dem Kommando der britischen Streitkräfte in Nordafrika und im Mittleren Osten, bevor er die Einreiseerlaubnis nach Palästina bekam. In Israel angekommen, änderte er seinen Namen in Imi Sde-Or.

Krav Maga lehrt niemals aufzugeben

Dieses wichtige Element von Krav Maga ist die Konsequenz aus den Straßenkämpfen in Bratislava und den Erkenntnissen der ständig im Krieg stehenden Soldaten des Staates Israels. Krieg ist immer blutig und brutal. Wer einen Krieg verliert, muss mit den Folgen rechnen. Krav Maga erzeugt deshalb beim Trainierenden eine „Nichtaufgeber-Mentalität“ durch aggressive Verteidigung auf gewalttätige Angriffe und verfolgt die Absicht, den oder die Angreifer schnellstmöglich zu neutralisieren.

„.. it was either hit or run, I found the hitting more satisfying … You automatically end the fight by putting an end to your opponent …“

Soll Imi im Jahr 1976 zu seinen Schülern gesagt haben.

Imis pragmatische Sichtweise und seine Erfahrung beeinflussten sein System stark und er arbeitete bis zu seinem Tode an der Weiterentwicklung und Optimierung von Krav Maga, insbesondere für den zivilen Bereich.


Die Gründung der International Krav Maga Federation

Für die Optimierung von Krav Maga gründete Imi unter anderem 1996 die IKMF (International Krav Maga Federation) zusammen mit seine Schülern Eyal Yanilov, Avi Moyal, Gabi Noah, Eli Ben-Ami und einigen anderen Krav-Maga-Experten, welche als – nicht kommerzielle – Organisation die weltweite Verbreitung des Krav Maga zum Ziel hat und aktuell von Avi Moyal bis heute geleitet wird. John Freemann ist aktuell der deutsche Direktor. Eyal Yanilov gründete die KMG – Krav Maga Global Organisation. Der deutsche Direktor ist aktuell Matthias Birkner. Der stärkte Konkurrent zu beiden Krav Maga Organisationen weltweit, ist aktuell die KRAVolution, welche von unserem Head Instructor Carsten Draheim gemeinsam mit einem Team von internationalen Krav Maga Experten 2017 gegründet wurde.


Krav Maga nach dem Tod von Imi Sde-or

Imi Lichtenfeld beaufsichtigte das Krav Maga Training, die Leistungen und die Fortschritte der höchsten Krav Maga Graduierten bis zuletzt persönlich und starb 1998 im Alter von 87 Jahren. Nach seinem Tode überwarfen sich seine damaligen Meisterschüler wegen Imis Vermächtnis und dessen weltweite Verbreitung. So gründete, außer Avi, jeder der damaligen Direktoren seine „eigene“ Organisation, von denen die IKMF weltweit, nach eigenen Angaben weiterhin die Größte ist. Zudem gründete in 2010 beispielsweise Eyal die Krav Maga Global und Gabi die IKM – International Krav Maga.

Die Schüler gehen fort nun an getrennte Wege

Schüler, wie zum Beispiel Amnon Maour, ein Ausbilder der israelischen Armee, spalteten sich teilweise ebenfalls ab, woraus sich für deren Schüler dann ebenfalls wieder Gelegenheiten ergaben, das Krav Maga Training Ihren eigenen Auslegungen oder Bedürfnissen anzupassen und Schulen und Krav-Maga-Organisationen zu entwickeln. Nicht nur deshalb ist es heutzutage bei der Suche nach einer geeigneten Krav- Maga-Schule für den Laien etwas undurchsichtig, da natürlich jeder für sich beansprucht, nur das einzig Wahre oder eben das einzig moderne Krav Maga zu unterrichten. Fakt ist jedoch, dass diese Eigendynamik zur weltweiten Verbreitung von Krav Maga stark beigetragen hat und, soweit sich dann eventuell auch die Techniken voneinander unterscheiden, so sollte der Unterricht in allen Fällen gleichbleiben, denn Krav Maga Selbstverteidigung muss unter Stress funktionieren, intuitiv sein und schnell zu erlernen.

Die Weiterentwicklung des Krav Maga

Das System Krav Maga wird fortlaufend weiterentwickelt und passt sich dadurch auf die aktuellsten und ständig steigenden Aggressionen und dadurch entstehenden Bedrohungen in den jeweiligen Ländern an.

Krav Maga ist für jeden geeignet

Krav Maga zeichnet sich, im Gegensatz zu anderen Selbstverteidgungs- oder Kampfsportsystemen, nicht durch Eleganz, Ästhetik oder Fairness aus, sondern durch leicht erlernbare Techniken. Diese werden unter Stress trainiert und müssen auf natürlichen Reflexen und instinktiven Verhaltensweisen beruhen, denn gleichgültig, was passiert, aufgeben ist niemals eine Option.

Alles das, was den Durchschnittsmenschen von heute genauso in die Lage versetzt, sich erfolgreich zu verteidigen wie die Menschen der 1930er-Jahre, steckt evolutionsbedingt schon in uns. Jeder kann kämpfen, egal ob Mann oder Frau. Der große Verdienst von Imi bestand darin, den Menschen, die sich schnellstmöglich auf den Kampf vorbereiten mussten, dabei zu helfen, diese ursprünglichen Fähigkeiten des Kämpfers wiederzuentdecken.

Das Mittel zum Erfolg war damals wie heute die Erkenntnis, dass nur das im Stress funktionieren kann, was auf natürlichen Reflexen beruht. Dieser Ansatz, verbunden mit Imis technischen Fertigkeiten aus verschiedenen Kampfsportarten, wie dem Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu, erweitert um grundlegendes taktisches Verhalten, ist heute die Basis des modernen Krav Maga.

Carsten Draheim‘s erster Kontakt mit Krav Maga

Ende 2005 wurde Carsten Draheim während des eigenen Bodenkampftrainings auf das in der Nebenhalle mit wenigen Leuten stattfindende Krav Maga Training aufmerksam. Krav Maga war zum damaligen Zeitpunkt in Deutschland noch wenig verbreitet, aber Carsten, welcher bereits seit seiner Kindheit Kickboxen betrieben hatte und zum damaligen Zeitpunkt neben dem brasilianischen Bodenkampf „Luta Livre“ auch bereits seit einigen Jahren das von Bruce Lee entwickelte „Jeet Kune Do“-SV-System trainierte, war begeistert von der Einfachheit des Krav Maga Systems und dem Spaß, mit welchem dieses den Schülern beim Unterricht vermittelt wurde. Nach wenigen Monaten wechselte er ganz zum Krav Maga und trainierte nahezu täglich. Aufgrund der Nachfrage nach diesem „neuen System“ seiner damaligen Trainingspartner aus den anderen Kampfsportarten kam es dazu, dass er nach dem Training seine Freunde im Krav Maga in seiner eigenen Garage, welche mit Matten, Pratzen und Säcken ausgestattet war, sowie dem umliegenden Gartengrundstück unterrichtete.

Carsten Draheim’s Anfänge als Krav Maga Instructor

Zum damaligen Zeitpunkt trainierten abends immer ein paar Leute in Carstens Garage und in seinem Garten. Er lernte so, sein eigenes Wissen an andere weiterzugeben, bereits bevor er offiziell die Ausbildung bei Avi Moyal zum Krav Maga Instructor bestand. Im Laufe der Jahre entwickelte Carsten sich im Krav Maga ständig weiter und wurde von israelischen Top-Level-Trainern zum Civil-, Law Enforcement- Kids und S.W.A.T.-Instructor sowie zusätzlich zum militärischen Krav Maga Trainer ausgebildet.

Als einziger Zivilist genoss er in einer Gruppe von Polizei-Einsatztrainern eine Krav Maga Ausbildung beim BKA in Wiesbaden. Er gelangte hierbei in Sperrbereiche, welche normalerweise nur Angehörigen von Behörden und militärischen Spezialeinheiten zum Training zur Verfügung stehen.

 

KRAVolution‘s rasanter Aufstieg

Gemeinsam mit seinem Trainerteam und internationalen Krav Maga Experten gründete Carsten Draheim als ehemaliger Military Director der IKMF Deutschland in 2017 mit KRAVolution einen eigenen Krav Maga Verband. Der Erfolg dieser KRAVolution war überwältigend und mittlerweile sind wir nicht nur mit über 180 Krav Maga Ausbildern und mehreren Schulen in Europa, sondern auch in Israel, den USA, Kanada und in Südamerika in insgesamt 42 Ländern vertreten. Tausende von Kravisten nehmen bei uns regelmäßig an zivilen Trainingseinheiten teil. Zusätzlich werden auch professionelle Anwender von Polizei und Militär fortlaufend aus- und weitergebildet. Dies geschieht vorzugsweise durch Ausbilder, welche selbst der jeweiligen Berufsgruppe angehören.

Carsten Draheim hat über die Jahre viel Erfahrung gesammelt

Carsten ist offiziell vom Verteidigungsministerium der Bundesrepublik Deutschland bestellter Nahkampfausbilder und gibt regelmäßig Unterricht für Soldaten der Bundeswehr, aber auch für Angehörige von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und sonstige behördliche Anwender – mittlerweile auf internationaler Ebene. Weiterhin ist er Dienstleister für die Polizei NRW.

Zusätzlich trainiert er natürlich auch in der zivilen Variante der Krav Maga Selbstverteidigung Männer, Frauen und Kinder.

Erst klein Angefangen und dann groß Rausgekommen

Carsten Draheim gründete die Krav Maga Institut GmbH, welche aktuell mit 12 eigenen Standorten in Deutschland vertreten ist. Mit über 2.000 Mitgliedern, den sogenannten Kravisten, hat sich Carstens Krav Maga Institut somit aus der Garage heraus zu einem der mit Abstand größten europäischen Anbieter dieses Selbstverteidigungssystems Krav Maga entwickelt.

 

Krav Maga ist gut geeignet für Menschen mit wenig Zeit

 

Die meisten Kravisten, gleichgültig, ob im zivilen, behördlichen oder militärischen Bereich, haben in der Regel gar keine Zeit für intensives tägliches Training. Krav Maga ist für Menschen gemacht, die eben keine Leistungssportler sind und auch nicht täglich trainieren können. Im Falle der Fälle müssen sie sich auf ihr Reaktionsvermögen und auf ihre intuitiven Verhaltensweisen verlassen. Diese greift das Krav Maga Training auf. Es schult den Ablauf des Reaktions- und Bewegungsmusters mit einem Minimum an Trainingsaufwand und mit dem Ziel, unter Stress handlungsfähig zu bleiben.

Somit besteht das Krav Maga System absichtlich aus einer eingeschränkten Anzahl an Handlungsmöglichkeiten.

Kannst du dich der Gefahr durch Aufmerksamkeit und Flucht entziehen, so läufst du weg.

Was einfach klingt, führt im Training oftmals zu erstaunlichen Ergebnissen. Haben wir in unserer

„zivilisierten Welt“ doch tatsächlich verlernt, Gefahren richtig zu deuten? Verlernt, zu einem frühen Zeitpunkt einer möglichen Eskalation wegzulaufen? Ja. Meiner Erfahrung nach haben wir das und verlassen uns nicht selten darauf, dass schon alles gut gehen und uns jemand Drittes uns helfen wird.  Dem ist aber oftmals nicht so und gerade Kampfsportler, wie ich einer war, haben große Mühe mit dieser Variante der Vermeidung eines Kampfs.

Das Ziel von Krav Maga

Erst wenn ich nicht mehr flüchten kann, verteidige ich mich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Die Selbstverteidigung erfolgt hierbei nicht, um als Sieger aus dem Kampf hervorzugehen, sondern ebenfalls wieder mit dem Ziel der Flucht und dem Ziel nicht nur mich, sondern auch andere – Familienmitglieder, Kollegen und Kameraden – in Sicherheit zu bringen. Was hier nett mit „allen möglichen Mitteln“ umschrieben ist, bedeutet nichts anderes, als dass Krieg, wofür Krav Maga einst zur Schulung von Soldaten entwickelt wurde, immer hart und brutal ist! So sind auch die Krav Maga Kampftechniken, welche sich aus diesen Prinzipien ableiten: kompromisslos, unfair, hart und brutal. Und somit höchst wirkungsvoll.

Anhand dieser Prinzipien trainieren wir Krav Maga mit professionellen Anwendern wie Polizisten oder Soldaten, welche ihren täglichen Dienst auf der Straße oder in verschiedenen Krisengebieten absolvieren, aber auch auf der Matte im Training mit zivilen Anwendern.

 

Die Prinzipien des Krav Maga

Die Krav Maga Prinzipien können im Wesentlichen auf nur einen Satz reduziert werden: Nutze deine natürlichen Reaktionen und Bewegungsabläufe zur Verteidigung und kombiniere diese mit einem Gegenangriff.

Darüber hinaus muss jede daraus resultierende Technik unter Stress funktionieren und somit schnell, für jeden Menschen abrufbar sein.

 

Die Techniken des Krav Maga

Anstatt einer Vielzahl komplizierter Techniken stellt Krav Maga einfache und möglichst universelle Prinzipien in den Mittelpunkt des Trainings. Alle Techniken sollen einfach und möglichst für jeden zu erlernen, unter Stress abrufbar sein und somit auf natürliche Verhaltensweisen und Instinkte einer menschlichen Reaktion aufbauen.

Die Orientierung an diesen einfachen Prinzipien gestattet eine flexible Gestaltung des Trainingsablaufs und der Auswahl der Techniken. Im Fokus des Krav Maga Unterrichts steht immer der Trainierende, also der Mensch und nicht das System.

Obwohl auch in Israel – je nach Organisation – Gürtel oder Patches als „Rangabzeichen“ im Krav Maga Unterricht verliehen werden, wird das System fälschlicherweise manchmal in die Kategorie Kampfkunst oder Kampfsport eingeordnet. Dabei ist es von den Zielen und Ansätzen her so ziemlich genau das Gegenteil einer Wettkampfsportart.

 

Krav Maga hat eine ganz andere Grundlage

Krav Maga ist ein flexibles und offenes System. Es verändert sich ständig und schöpft seine Flexibilität aus den Erfahrungen, die tagtäglich weltweit im zivilen, militärischen und polizeilichen Bereich von beruflichen Anwendern gewonnen werden. Für aktuelle und moderne Bedrohungsformen werden Lösungsansätze unmittelbar entwickelt. Anstelle von komplizierten Techniken werden einfache Prinzipien und Taktiken vermittelt.

 

Der Unterschied zwischen Krav Maga und Kampfsport

Der Kampfsport hat sich im Vergleich zu Krav Maga zumeist aus traditionellen Kampfkünsten entwickelt. Um die Sportler zu schützen, wurden dabei Techniken teilweise sogar entschärft und es sind in der Regel Schutzausrüstungen vorgeschrieben. Durch Hinzufügung von sportlichen Regeln werden weitere Limits gesetzt. Je nach Sportart sind z. B. Techniken gegen den Genitalbereich oder auf kleine Gelenke, das Beißen oder sogar das Schlagen und Treten sowie der Einsatz von Waffen verboten. Auch Ultimate Fighter kämpfen im Käfig in einer Mixed-Martial-Arts-Veranstaltung, kurz MMA, letztlich in einer kontrollierten Umgebung mit limitierten Möglichkeiten.

 

Krav Maga geht den entgegengesetzten Weg

Im Bewusstsein darüber, dass es bei realen Bedrohungen keine Regeln gibt, wird grundsätzlich ohne mentale Limits trainiert. Dies schließt die erforderliche Sicherheit im Training nicht aus. Im Gegenteil: Die besondere Didaktik des Krav Maga erlaubt den kontrollierten Umgang mit Ängsten und Gefahren und die selbstbestimmte Dosierung der eigenen Handlungen. Die Möglichkeiten des Kämpfers werden dadurch erweitert und nicht eingeschränkt. Hierbei gilt, im Gegensatz zum Wettkampfsport, „sei unfair“. Verwende alle, dir zur Verfügung stehenden Mittel und boxe niemals mit einem Boxer, ringe niemals mit einem Ringer usw. Ich lasse mir also nicht den Stil des Gegners aufzwingen, im Gegenteil.

Verhalten bei einem Angriff

Im Krav Maga darf kein Tritt, Schlag und auch kein „Block“ vergeudet sein. Sämtliche Schläge oder Tritte richten sich ausschließlich auf verwundbare Punkte (Vulnerable Points) wie zum Beispiel im Zentrum: Nase, Solarplexus, Genitalbereich, Kniescheibe, aber auch von der Seite auf die Ohren, Knie, Ellbogen- und Kniegelenke etc. Genau wie in der Verteidigung sollte hierbei in Prioritäten gedacht werden. Beispielsweise bei der Abwehr eines Angriffs mit einer Eisenstange geht es in erster Linie darum, nicht getroffen zu werden und danach mit sekundärer Priorität darum, den Gegner daran zu hindern, seinen Angriff weiter fortzusetzen.

Das zivile Krav Maga unterscheidet sich von den Prinzipien somit nicht von der militärischen Variante des ursprünglichen Krav Maga. Die Art der Angriffe unterscheidet sich allerdings erheblich im zivilen und im militärischen Bereich, aber auch die Beendigung eines Kampfs.

 

Schnelles Handeln ist ein muss

Als Defender versuche ich also, gleichzeitig meinen Gegner an zwei Stellen zu immobilisieren und ihn an der wiederholten Ausführung und somit Fortführung seines Angriffs zu hindern. Gleichzeitig verlasse ich die Angriffs-Linie, womit wir beim nächsten Prinzip wären, dem taktischen Verhalten. Während eines Angriffs könnte man diesen mit Flight or Fight, never Freeze – flüchte, oder kämpfe, sei niemals passiv, zusammenfassen. Also je nach Distanz, Richtung und Winkel des Angriffs: Kann ich flüchten? Dann flüchte ich! Wenn nicht, dann kämpfe ich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, bestenfalls unter der Zuhilfenahme von Gegenständen (Using Common Objects), welche ich weiter benutzen kann, um Angriffe abzuwehren oder mich selbst damit zu verteidigen. Während des Kampfs versuche ich, taktisch zu denken, also wie verlasse ich die Linie des Angriffs, ohne in den nächsten (z. B. bei mehreren Gegnern) zu geraten und was ist mein Finishing Modus – sprich auch hier wieder: fliehen, oder „weiter“-kämpfen. Es ist keine Option hier zu lange zu Überlegen.

 

Nicht lange Nachdenken

Es ist keine Option, in Notsituationen in eine Starre zu fallen. Entweder aus Angst oder aus der Absicht heraus, zu viel darüber nachzudenken, welche Technik denn hier zum aktuellen Zeitpunkt die Beste sein könnte. Deshalb ist „künstlicher“ Stress ein sehr wichtiger Bestandteil im Krav-Maga-Training. Gerade im Training gilt dabei auch das „Never-Give-up“-Prinzip.

 

Ständiges Wiederholen der Situation im Training sind von Vorteil

Die Einhaltung der Krav Maga Prinzipien erfordert ständige Wiederholungen im Training durch die Krav Maga Schüler. Aber steht dies nicht im Widerspruch zum ersten Prinzip, dass alle Techniken intuitiv auf natürlichen Reflexen aufbauen sollen? Nein, denn auch diese lassen sich durch regelmäßiges Training Festigen. Auch hier wieder am Beispiel der „Outside Defense“. Es entspricht dem natürlichen Verhalten, sich beispielsweise bei einer Ohrfeige in die andere Richtung zu bewegen oder gar zu runter zu Ducken und auch die Hände zur Abwehr bereits hochzubringen. Diesen Reflex macht sich Krav Maga zunutze und baut auf dieser intuitiven Bewegung auf. Natürlich bedarf es stetige Trainings, dies auch in richtiger Kombination und Ausführung zu tun und auch nach erfolgreicher Verteidigung sich weiterhin richtig, nämlich durch Flucht oder weitere Kampfhandlungen, zu verhalten. Um Letzteres zu erreichen, endet deshalb nahezu jede Technik im Krav Maga mit dem sogenannten Checking oder Scanning.

 

Die Umgebung immer im Auge behalten

Ich beobachte die Umgebung und suche nach geeigneten Fluchtmöglichkeiten oder weiteren Angreifern. Dieses Trainingsmuster ist ebenfalls oft beim taktischen Combatschießen zu beobachten. Nachdem der Schütze die Ziele beschossen hat, scannt er die Umgebung nach weiteren, auf dem Schießplatz eher imaginären Zielen oder gar Feinden. Denn obwohl diese vielleicht auf dem Schießplatz oder in der Trainingshalle auch nicht existent sind, hilft ihm diese Bewegung dabei, den Tunnelblick aufzulösen.

„The more you sweat in training, the less you bleed in battle.“

Krav Maga ist kein Fitnesssystem

Obwohl es bereits verschiedene Abwandlungen wie „Krav Maga CrossFit“, selfdefense Box usw. sowie auch starke regionale Unterschiede gibt, ist dies vergleichbar mit ähnlichen Abwandlungen von Kampfsportarten, z. B. dem Kickboxen und Tae Bo oder Fitnessboxen. In den USA zum Beispiel boomt Krav Maga oftmals als Fitness- anstatt als Selbstverteidigungssystem. Das ist es jedoch dem Ursprung nach ausdrücklich nicht. Trotzdem ist Fitness natürlich nicht nur die Pflicht eines Soldaten, sondern ist auch im zivilen Training essenziell wichtiger Bestandteil einer jeden Krav Maga Stunde.

 

Jeder kann Krav Maga erlernen

Krav Maga ist für jeden erlernbar, denn man muss kein Hochleistungssportler sein, um im Kampf bestehen zu können. Dies zeigt sich nicht nur am Beispiel eines bierbauchigen, aber trotzdem effizienten Straßenschlägers oder Hooligans. Eine gewisse Grundfitness ist jedoch eine sehr gute Voraussetzung, um zum Beispiel auch weglaufen zu können und einen unvermeidlichen Kampf nicht deshalb zu verlieren, weil es einem an der Kondition fehlt, sich mehrere Sekunden schnell zu bewegen. Wobei wir hier bereits auf den Punkt kommen. Die meisten richtigen Schlägereien dauern im Regelfall nur wenige Sekunden, bis der Sieger feststeht.

 

Warum Ausdauer oder Fitness trainieren?

Es geht hierbei darum, eine gewisse Koordinationsfähigkeit über seinen Körper zu erlangen.

Weiterhin sind kräftezehrende Übungen auch eine Möglichkeit zur Simulation für künstlichen Stress. Den, unter physischem Stresse entstehenden Tunnelblick und auch den Adrenalinschub in einer realen Bedrohungs- oder gar Kampfsituation, gilt es im Krav Maga Unterricht zu provozieren.

Letztlich kann es bei solchen sportlichen Übungen aber auch einfach nur um die Vorbereitung einer Krav Maga Unterrichtseinheit, das Warm-up gehen.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist das aggressive und konsequente Fortführen der eigenen Handlung, während eines Kampfs, welches im Hebräischen als Retzev bezeichnet wird. Die Entwicklung dieser Angriffskontinuität und somit die Entwicklung eines permanenten Angriffsflusses (Fighting Flow) ist Ziel einer Krav Maga Stunde. Wenn ich gezwungen werde, zu kämpfen, dann höre ich damit nicht auf, bis der Kampf beendet ist. Dies gilt im zivilen Krav Maga somit natürlich auch für die Flucht.

 

Die Grundprinzipien im Krav Maga

  • Unkomplizierte Funktionalität unter Stress – aufbauend auf natürlichen Reaktionen und Bewegungen.
  • Unfair – denn Selbstverteidigung ist kein Kampfsport.
  • Kein starres System – es wird ständig weiterentwickelt und stellt sich dabei infrage.
  • Angriffe nur zu verletzlichen Punkten.
  • Hart gegen weich – weich gegen hart.
  • Hand-Defense & Body-Defense zusammen = Totale Defense.
  • Kein Block ohne Konter.
  • Taktisches Mindset – fight, flight, never freeze.
  • Using Common Objects – nutze alles, was du Nutzen kannst, insbesondere Gegenstände

Zusammengefasst zeichnet sich Krav Maga durch instinktive und möglichst einfache Techniken aus und besonders die richtige Reaktion unter Stress wird fortlaufend trainiert.

Die Fähigkeiten zur Selbstverteidigung steigern

Das regelmäßige Krav Maga Training soll grundsätzlich die persönlichen Fähigkeiten zur Selbstverteidigung steigern. Aufgrund dieser einfachen Prinzipien sind verschiedene Organisationen und auch Interpretationen des Krav Maga Unterrichts entstanden. Diese unterscheiden sich in den Techniken erheblich, weshalb wir dir nachfolgend einen kurzen Überblick zur Entscheidungshilfe geben möchten um den besten Anbieter in Köln-Deutz, Bergisch-Gladbach, Köln-Ehrenfeld, Sankt Augustin im Rhein-Sieg-Kreis, in Much, im Rhein-Sieg-Kreis in Bergisch Gladbach, Bonn oder Düsseldorf aber eben auch Deutschlandweit zu finden, wenn du nicht nahe an einem unserer Krav Maga Standorte wohnst.

 

Was macht einen guten Krav Maga Instructor aus?

Ein guter (unabhängig vom Geschlecht!) Krav Maga Instructor muss in erster Linie gut ausgebildet sein. Damit meine ich nicht nur die technische Krav Maga Ausbildung, welche ohnehin das Fundament seines Wissens darstellt. Ich möchte hier nicht darauf eingehen, bei welcher Organisation oder bei welchem Verband man gut und bei welchem weniger gut ausgebildet wird. Fakt ist, dass Krav Maga kein geschützter Begriff ist und eben jeder somit behaupten kann, dass er trendiges Krav Maga im Angebot oder Repertoire hat.

Bestenfalls hat ein guter Instructor bereits gewisse Vorerfahrung in einer oder mehreren Kampfsportdisziplinen.

Er war oder ist also ein Kampfsportler, jedoch einer, welcher gerne über den sprichwörtlichen Tellerrand guckt und somit offen für Lösungen und nicht für Techniken ist.

Wenn er dies hoffentlich kann, fällt es ihm nicht schwer, gute Ausbildung von schlechter schnell zu unterscheiden. Weiterhin ist er durch das Leben gut ausgebildet und hat vielleicht bereits mehrere reale Bedrohungs- und Angriffssituationen, gleichgültig, aus welcher Perspektive, beruflich oder privat erfolgreich hinter sich gebracht, denn dieses Wissen kann man nicht aus Büchern lernen.

Der gute Instructor ist also ein guter Kämpfer, aber ein noch besserer Lehrer.

 

Das vorbildliche Verhalten des Krav Maga Trainers

Es ist wichtig, dass ein guter Krav Maga Instructor ernst genommen wird, als Kämpfer und gleichzeitig auch als Lehrer. Der gute Instructor ist somit immer Vorbild, getreu dem militärischen Ansatz. Er verlangt von seinen Schülern nichts, wozu er nicht bereit ist, dies selbst zu tun und er ist der Erste, der anfängt, eine Übung zu machen und der Letzte, der aufhört – er ist kein Übermensch, aber er gibt nicht auf. Er ist also ein Sportler.

Zudem traut man ihm zu, dass er sich selbst und auch andere im Ernstfall auch verteidigen kann. Bestenfalls hat er dies bereits in realen Situationen bewiesen. Er kann sich gut auf Situationen und auch auf Menschen einstellen und hat den Unterricht und seine Schüler im Unterricht gut unter Kontrolle.

 

Die Fortbildung des Krav Maga Trainers

Ein Krav Maga Trainer bildet sich ständig und fortlaufend durch eigenes Krav Maga Training weiter und bleibt „Open-Minded“. Wer selbst nicht mehr trainiert, ist auch nicht in der Lage fortlaufendend Unterricht für andere zu geben. Zu guter Letzt sollte der gute Krav Maga Instructor eine gepflegte, äußere Erscheinung (auch in Bezug auf die Kleidung) haben, zuverlässig (das Training fällt niemals aus) sein, in seinem Auftreten authentisch sein und im Unterricht gute Präsenz zeigen sowie in der Lage sein, diesen verbal und sogar komplett nonverbal zu führen, ohne zu aufdringlich zu sein.

Krav Maga – zusammenfassend

Krav Maga ist ein einfaches System, welches auf natürliche Reflexe und Verhaltensweisen beruht – hier bedarf es eines Instructors, welcher fachlich und sachlich in der Lage ist, das Training durchzuführen und an die aktuellen Erfordernisse und den Kenntnisstand seiner Schüler anzupassen und dabei auch definitiv zu wissen, welche Konsequenzen dies unter Umständen in „freier Wildbahn“ ohne ihn (im Regelfall steht der Instructor in einer Kampfsituation nicht neben seinen Schützlingen) für seine Schüler haben könnte.

 

Unsere Meinung zum Thema Krav Maga Trainer

Unserer Meinung nach reduzieren die oben erwähnten wenigen Attribute den Kreis potenziell guter Instructoren erheblich. Alleine in Deutschland konkurriert eine große Anzahl von Krav Maga Organisationen und Verbänden miteinander. Zu diesen gesellen sich engagierte Einzelpersonen, welche dann entweder erklären, dass „ursprüngliche“ Krav Maga zu unterrichten oder eine eigene, „ultimative Weiterentwicklung“ erfunden zu haben und diese vermarkten möchten.

So trifft man als angehender Kravist auf der Suche nach einer guten Krav Maga Schule nicht selten auf irgendwelche traurigen Gestalten, welche einem suggerieren möchten, in diesem System Großmeister oder gar Europameister zu sein.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und lernen Sie mithilfe von unseren Trainern wie Selbstverteidigung in 2019 richtig geht. Dabei ist es egal ob Männer, Frauen, Teenager oder Kinder. Bei uns findet jeder den passenden Selbstverteidigungskurs.

Krav Maga ist für ziemlich jeden geeignet und kann in vielen Notsituationen sehr hilfreich sein. Vor allem wenn es sich um unvorhersehbare Situationen handelt, bei denen man in kürzester Zeit viele wichtige Entscheidungen treffen muss, um die Sicherheit der Freunde, Familie und einem selbst zu gewährleisten. Bei solchen Übergriffen wären unsere Angebote zur Selbstverteidigung sehr hilfreich.

Jeder profitiert von unserem Krav Maga Training. Größtenteils sind es Frauen und Kinder die am meisten von der Selbstverteidigung und dem Training unserer Krav Maga Kurse haben. Denn häufig sind es Frauen die Ziele von körperlichen Angriffen werden. Sich selbst gut verteidigen zu können kann Ihnen das Leben retten. Die Sicherheit, die einem Krav Maga in einer solchen Situation gibt ist nicht zu unterschätzen.

Starten Sie mit einem besseren Gefühl ins Jahr 2019 und lassen Sie sich in unseren Selbstverteidigungskursen für Männer, Frauen, Teenager und Kinder von unseren erfahrenen Trainern ausbilden. Selbstverständlich bieten wir auch Selbstverteidigung für Menschen mit Behinderung an.

Jeder unserer Krav Maga Trainer weiß, wie man mit Notsituationen umgeht und gibt dieses Wissen zur Selbstverteidigung im Training weiter. Nehmen Sie an unserem Selbstverteidigungskurs teil und machen Sie sich ein eigenes Bild von unserem Krav Maga Training.

Machen Sie 2019 zu Ihrem Jahr.

Unser Angebot umfasst: